Märchen um die Straßenbahn nach Kirchheim
Es sind immer wieder dieselben Märchen, die sich als Argumente in die Diskussion um die Straßenbahn nach Kirchheim einschleichen. Das Wunschdenken einiger Schienenfreunde ist, daß es eine Straßenbahn geben soll - angeblich, weil mit dem Bus die tägliche Kirchheimer Völkerwanderung nicht zu bewältigen sei.
Tatsache ist, daß es bisher leistungsfähige Busverbindungen mit dem Bahnhof und mit der Innenstadt gibt. Heute werden täglich 9.000 Fahrgäste von und nach Kirchheim transportiert. Dieser Nachfrage steht derzeit ein Angebot von 28.000 Plätzen gegenüber. Trotzdem müssen sich die Kirchheimer oft mit dem Schuhlöffel in die Busse klemmen, weil die Kapazitäten zu den Spitzenzeiten nicht ausreichen. Ein Straßenbahnlinie, mit einem täglichen Angebot von 48.000 Plätzen schafft in den Spitzenzeiten sicherlich Linderung, aber produziert in den übrigen Zeiten enorme sberkapazitäten. Beinahe leere Straßenbahnen außerhalb der Rush-hour werden dann die Regel sein. Wie jeder leicht merkt, liegt hier ein logistisches Problem, daß sich natürlich mit der dicken Straßenbahn-Keule erschlagen läßt - für 49 Millionen Mark. Vernünftiger und wesentlich billiger ist allerdings ein klein wenig Verstand beim Einsatz der Busse.
Wer nämlich vernünftig überlegt, für den ergibt sich eine Lösung, die ab morgen bereits das Mengenproblem in Kirchheim lösen kann: Zusätzliche fahrplanmäßige Busse zu den Spitzenzeiten, vielleicht auch Schnellbusse direkt von und nach Sandhausen, würden die bestehenden Engpässe sofort beenden, und nicht erst in Jahren. Diese Busse müßten gar nicht mehr durch das Kirchheimer Zentrum fahren. Die Fahrgäste wären ohne viele Zwischenhalte in Sandhausen und würden bestimmt gut angenommen, vielleicht sogar die Nachfrage vom Auto in den Bus bewegen. Ein dichterer Takt auf der Linie 41/42 zu den Spitzenzeiten würde die Linie zusätzlich attraktiver machen.
Die Straßenbahn nach Kirchheim ist das Produkt von Kinderträumen, die besser auf einer Modelleisenbahn verwirklicht werden sollten. Dort sind die finanziellen Verluste noch überschaubar. Außerdem kann man eine solche Anlage bei Nichtgefallen leicht wieder abbauen...
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